Turnier 2009

Leider ein sehr chaotisches Turnier im Bezug auf die Organisation, dafür wollen wir uns auch noch einmal bei allen TeilnehmerInnen und BesucherInnen entschuldigen, auch für den Vorfall am Ende des Turniers. Das nächste mal wird es definitiv besser!

Trotz des Chaos im Vorfeld lief das Turnier an sich ganz gut, so gab es neben der Verpflegung und mehreren Infoständen auch eine Fotoausstellung unter dem Namen „Diskriminierung und Nationalismus beim Fußball“ zu sehen. Neben den Teams aus der hannoverschen Fanszene und Politszene, war auch wieder die „Blaue-Armee-Fraktion“ aus Hamburg und die „Nieuw Noord“ aus Heerenveen/Friesland dabei, ganz neu konnten wir ein Team von Jugendlichen mit migrantischem Hintergrund aus Hamburg begrüßen.

Fotos vom Turnier gibt es wie jedes mal auf der Homepage der Brigade Nord 99.

Pressemitteilung vom 11.06.2008

Arbeitskreis „96-Fans gegen Rassismus“ warnt vor Nazi-Flyern beim Public Viewing auf der Gilde Park Bühne

Beim Fußball Länderspiel Deutschland – Polen bei der Uefa Europameisterschaft der
Männer in Klagenfurt am vergangenen Sonntag kam es auf dem Gelände der Gilde Park
Bühne in Hannover zu einer Aktion der so genannten „Nationalen-Sozialisten
Niedersachsen“.

Diese verteilte flächendeckend Flyer mit der ersten Strophe des „Deutschlandliedes“
mit der Aufforderung dieses anstelle der dritten Strophe zu singen.
Außerdem forderten sie dazu auf die Fahne der Bundesrepublik Deutschland auch nach
der Europameisterschaft weiter an „jeder Häuserecke wehen zu lassen“.
Dies ist ein Versuch an den so genannten „Party- Patriotismus“ anzuknüpfen und ihn in
ihrem Sinne zu radikalisieren.
Einig sind sich fast alle der „PatriotInnen“ von CDU über SPD bis hin zur NPD: es muss
endlich einen „unverkrampften“ Umgang mit Nationalen Symboliken geben. Was dies
heißt ist klar: die Legitimation von Ausgrenzung und Nationalismus in all ihren
widerlichsten Formen.

Die Nazis nutzen dabei die latent rassistische Stimmung um sich als „Vollstrecker der
Massen“ darzustellen. Und so werden sie in der Regel – auch in Hannover – von der
Mehrheit der Party Gemeinde in Schwarz-Rot-Gold akzeptiert. Wenn Trikots mit der
Nummer 88 auftauchen oder Sprüche wie „Deutschland erwache“ gerufen werden
wundert sich kaum jemand.
Dies verwundert kaum, denn die Grenze zwischen dem Nationalismus der Nazis und
dem der „normalen“ BürgerInnen verläuft fließend.
Am gleichen Abend ereigneten sich ähnliche Vorfälle beim Public Viewing am
Austragungsort: Klagenfurt. Mit rechtsradikalen Aüßerungen machten hier Deutsche auf
sich aufmerksam und stießen auch hier auf eine überwiegende Zustimmung.
So wie bereits nach der Fußball WM 2006 der Männer und dem Scheitern der deutschen
Nationalmannschaft wurde klar wie schnell sich die fröhliche Stimmung der PatriotInnen
aller Schichten wenden kann.

Übergriffe auf Schwarze und People of Colour, die nicht in das Bild der mehrheitlich
weißen Deutschen passte, häuften sich im Laufe des Abends nach dem verlorenen Spiel
im Halbfinale und auch nach dem Sieg der Italienischen Nationalmannschaft im Finale.
Marian Kostner vom AK dazu: „Wir werden es nicht akzeptieren, dass sich Nazis
versuchen beim Fußball breit zu machen. Vor allem, weil wir am kommenden Samstag
unser viertes Antirassistisches Fußballturnier unweit der Gilde Park Bühne, auf der
Mehrkampfanlage durchführen. Ob bei Spielen von 96 oder anderen Fußballspielen: Kein
Fußball den Faschisten – und auch nicht ihren SympathisantInnen in Schwarz-Rot-Gold!“

Zum Arbeitskreis „96-Fans gegen Rassismus“
Der AK besteht seit Oktober 2004 aus verschiedenen Fangruppen. Allen voran der
Brigade Nord 99, der Roten Kurve und das sozialpädagogische Fanprojekt Hannover und
führte in den letzten Jahren viele verschiedene Aktionen durch.

Turnier 2008

Nach monatelangen Vorbereitungen war es wieder soweit. Am Samstag den 14. Juni fand zum vierten Mal das antirassistische Fußballturnier des Arbeitskreises Rassismus statt. Wie schon im letzten Jahr konnte als Austragungsort die Mehrkampfanlage in der Nähe des Niedersachsenstadions genutzt werden. Mit 14 teilnehmenden Teams, konnte des weiteren ein neuer Rekord verzeichnet werden. Neben Mannschaften aus der Fanszene und der näheren Umgebung Hannovers, konnten auch Teilnehmer aus Hamburg, Saarbrücken und dem holländischen Heerenveen begrüßt werden.
Gespielt wurde auf zwei kleine Felder mit Teams à 8 Spielern. Da es bei diesem Turnier vordergründig darum ging ein Zeichen zu setzten und nicht um sportlichen Erfolg, wurde erneut auf Schiedsrichter verzichtet. Neben einer Menge guter Musik, einer Salatbar, Gegrilltem und Getränken zu fairen Preisen, gab es in der 2-stündigen Turnierpause nach der Vorrunde einen sehr interessanten Vortrag zum Thema Rassismus. Außerdem konnte sich jeder Teilnehmer und auch die zahlreichen Besucher auf Infotafeln über die Arbeit des AKs und anderer teilnehmender Gruppen informieren. Da zu einem guten Fußballspiel natürlich auch ein guter Rahmen gehört, kam es auch zu dem auch zu ausgiebigem (und ausnahmsweise auch erwünschtem) Einsatz von Pyrotechnik. Wesentlich unerwünschter und unnötiger war der Besuch von drei szenekundigen Beamten, die auch gleich einem anwesenden Stadionverbotler eine kleine Standpauke gaben, sich aber auch recht schnell wieder verzogen.
Glücklicherweise zeigte sich auch das Wetter von seiner besseren Seite und der anfängliche Regen macht sehr bald der Sonne Platz.
Im Finale bezwang die „Blaue Armee Fraktion“ aus Hamburg den Vorjahressieger „Commando 23. Mai“.
In der anschließenden Party im Fanhaus fand der Tag dann in den frühen Morgenstunden seinen gelungenen Abschluss.
Fazit: Auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung und die zahlreichen positiven Rückmeldungen und die vielen interessierten Besucher machen jetzt schon Lust auf das 5.Turnier im Sommer 2009 !

Fotos vom Turnier gibt es auf der Homepage der Brigade Nord 99.